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Ein kappadokischer Abend

Ein kappadokischer Abend

Natürlich gehört zu einer „Kaffeefahrt nach Kappadokien" auch eine Folkloreveranstaltung und all das, was man den Touristen als kappadokische Folklore verkaufen möchte. Schnell ist da von Bauchtanz die Rede und besonders die Herren der Reisegruppen freuen sich auch schon auf die Darbietung.

Kappadokischer Abend

Nachdem wir das Programm wegen des Wetters einigermaßen umgestellt haben, geht es nach dem Tanz der Derwische flott zum Abendessen und dann Abfahrt zum kappadokischen Abend. Es wird touristisch. Das merkt man schon beim Eintritt in ein riesiges Restaurant, in dem gerade an langen Tischen noch schnell einige Reisegruppen verköstigt werden. Wir werden gleich weiter in den „Nachtclub" gebracht – ein Gewölbe, das ebenfalls Platz für viele Reisegruppen bietet.

Kappadokischer Abend

Auch für Verpflegung wird gesorgt – so gibt es einige Teller mit Obst, Weiß- und Rotwein und antialkoholischen Getränken an jedem Tisch. Am besten gefallen uns die Etiketten: Auf Ihnen wird mittels Icons erklärt, dass bei Konsumation Autofahren verboten ist und dass auch Schwangere sich nicht ein Gläschen einschenken sollten. Leicht verständlich für jedermann/jedefrau.

Die Warn-Icons auf der Weinflasche

Dann beginnen auch schon die Vorführungen. Tänzerinnen und Tänzer zeigen zum Teil akrobatische Vorführungen, meist zu sehr lauter Musik, die in den Gewölben leider sehr stark hallt. Der Wein, Raki und auch das Bier, das alles laufend nachgebracht wird, sorgen dafür, dass die Stimmung immer besser wird. In einer Pause beginnen schließlich Betreuerinnen einer Reisegruppe zur Musik mit zu singen und zu tanzen und ihre Gäste zu animieren, das Gleiche zu tun. Wie immer bei solchen Veranstaltungen finden sich auch hier einige Männer, die sich für ein paar schmachtende Blicke zum Esel machen, zur Gaudi der restlichen Zuschauer. Die Stimmung ist am Höhepunkt. Allerdings kann man sich nicht einmal mehr mit seinem Nachbarn unterhalten, es dröhnt einfach zu laut in dem Gewölbe.

Kappadokischer Abend

Die Tänzer und Tänzerinnen erscheinen wieder und es beginnt der Höhepunkt des Abends: Der Bauchtanz. Danach gibt es noch einen weiteren Tanz mit männlicher Begleitung, die türkische Fahne wird als letzter Höhepunkt gefeiert. Dann ist es aus und vorbei, wir verlassen doch etwas erschöpft die Veranstaltung.

Kappadokischer Abend

Es war – vielleicht neben den noch kommenden „Einkaufsbesuchen" – der schwächste Programmpunkt unserer Reise. Dies lag aber ganz bestimmt nicht an der folkloristischen Darbietung. Die Tänzer und Tänzerinnen gaben ihr bestens, teilweise war es richtig toll. Eher lag es am Veranstaltungsort. Das Personal nicht übermäßig freundlich, alles hatte den Flair einer Massenabfertigung (was es ja auch war). Ein Gewölbe mit fürchterlichen akustischen Eigenschaften für die Musik, das aber auch eine Unterhaltung gänzlich unmöglich machte. Nach einer halben Stunde begann der Kopf nur so zu dröhnen. Die Geräuschkulisse wuchs ins Unerträgliche. Die „Tanz- und Gesangeseinlage" der Touristen mehr als nur peinlich. Wein und Raki sicher nicht in der besten Qualität – was aber auch nicht verwunderlich ist, wenn man den Konsum einiger Gäste verfolgte (= ist ja dabei und gratis…). 

Eigentlich schade. Es hätte mit Bauchtanz und einigen wirklichen Folklore-Darbietungen ein netter Abend werden können. 

Hier noch einige Impressionen:

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