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Ein Kurzstopp in Trnava

Ein Kurzstopp in Trnava

Es war nur ein schnelles vorbei huschen: im Kleinen Rom, im Slowakischen Rom. Und schon habe ich wieder einen neuen Punkt auf meiner Liste, die da heißt: „Da musst du unbedingt nochmal hin und dich genauer umsehen …" 

Pressereisen haben zwei kleine Nachteile: erstens man hat nie so lange Zeit für eine Destination, wie man gerne hätte und zweitens freuen sich meistens die Stadt- und/oder Tourismusverantwortlichen über den Besuch und erzählen frei von der Leber, was es nicht alles zu besichtigen gibt – was wieder zu Punkt eins und zu meiner Liste führt….

Der Nikolaus-Dom in Trnava

Ganz genauso passierte es mir in Trnava. Wir trafen uns mit unseren Gesprächspartnern in der wunderschön renovierten orthodoxen Synagoge, in der nun allerdings ein Café beheimatet ist. Guter Kaffee und hervorragende Torten, mein erster kleiner und feiner Tipp.

Im Cafè Synagoge

Hier kann man gemütlich seinen Kaffee oder Tee genießen, etwas Essen, sich von der Sightseeing-Tour erholen oder einmal einfach chillen oder ein Buch lesen. Wer möchte, kann sich auch eines ausborgen. In den kleinen verglasten Kabäuschen warten jede Menge Bücher auf die Gäste – und da ist es schon, das erste Manko: Aber welche? Wahrscheinlich alle in Slowakisch? Oder doch nicht? Und wie hätte der Tee oder die andere Mehlspeise geschmeckt? Und schon ist der erste Grund zum Wiederkommen da.

Die orthodoxe Synagoge in Trnava, heute ein Café

Nach einer kurzen Präsentation über Trnava und Umgebung füge ich meiner oben erwähnten Liste schon wieder einiges an Punkten hinzu. Hier gibt es:

  • Führungen zu einem Honigweinproduzenten
  • Einen Tag der offenen (Wein)türen 
  • Weintouren (die Stadt bzw die Region bezeichnet sich ja auch als Weltweinregion)
  • Führungen mit verkleideten Führern
  • Einen Stadtturm 
  • Eine gut erhaltene Stadtbefestigung 
  • 13 (in Worten: dreizehn) Kirchen 
  • Schlösser in der Nähe 
  • und noch so manches mehr

Klar, dass das mit einem Aufenthalt nicht alles abgedeckt werden kann, noch dazu wo uns nur wenige Stunden zur Verfügung stehen.

Wunderschön renovierte Hauserfronten in Trnava

Also machen wir uns mit unserer Führerin schnell auf in die Stadt, um zumindest an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei zu huschen. Wir kommen zum Nikolaus-Dom, in dessen Kapelle das Bild der Heiligen Jungfrau aufbewahrt wird, die Trnava schon des Öfteren vor Seuchen und Gefahr warnte, sehen die Ausgrabungen im Karner und die Stadtmauer, besuchen die Kathedrale des Heiligen Johannes des Täufers und bewundern den frühbarocken Holzaltar.

Die Kirche des Heiligen Johannes des Täufers oder Universitätskirche mit Blick auf den Barockaltar

Allein diesen genauer unter die Lupe zu nehmen, ebenso wie die Deckengemälde und die anderen Fresken würde viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als wir haben.

Der Eingang zur Kathedrale des Johannes des Täufers

So freue ich mich nur noch kurz, die Inschrift an der Front richtig als Esterházy erkannt zu haben: immerhin war Nikolaus Esterházy auch hier der Finanzier der Kirche und man sollte nicht vergessen, dass früher in der Geschichte die Stadt zum ungarischen Reich gehörte.

Das Denkmal vor der Universitätskirche, das an den Besuch Johannes Paul II. erinnert

Dann noch einen kurzen Gruß an Johannes Paul II., dessen Denkmal vor der Kirche steht und an seinem Besuch in der Stadt erinnert und weitergeht es zur neologischen Synagoge, die heute als Zentrum der Gegenwartskunst gilt.

Die neologische Synagoge in Trnava

Ebenfalls wunderbar renoviert und meistens mit Ausstellungen bespielt, die auch einen Bezug zur jüngeren jüdischen Geschichte haben. Ein idealer Platz für die Werke des slowakischen Künstlers Andrej Haršány.

Der Ausstellungsraum der neologischen Synagoge, einem Zentrum für Gegenwartskunst

„Walking" heißt die Exposition: man will gehen und kann nicht – scheinen seine Arbeiten zu sagen, man ist eingemauert, oder man geht doch, aber ohne Kopf und Herz. Man wurde entwurzelt.

Ein Kunstwerk von Andrej Haršány

Auch hier könnte ich noch viel länger bleiben und jede einzelne Skulptur genauer betrachten, aber wir müssen weiter. Aber schon habe ich wieder weitere Einträge auf meiner Liste: da hier laufend andere Ausstellungen gezeigt werden, ist es klar, hier muss ich wieder herkommen und zweitens ist klar: sollte ich irgendwo sein, wo es eine Ausstellung von Andrej Haršány gibt – die wird natürlich auch besucht.

Das weinende Bild der Jungfrau Maria im Nikolausdom (Foto © Trnava Tourism)

Wer mehr über die Geschichte der Stadt und die Sehenswürdigkeiten wissen möchte, dem empfehle ich auf www.ask-enrico.com/trnava oder auf der Seite der Region Tirnavia http://www.regiontirnavia.sk/de vorbeizuschauen. Sie ist auf Deutsch vorhanden, allerdings vermute ich bei manchen Sätzen, dass da Google dahintersteckt…

Blick auf Trnava (Foto © Trnava Tourism)

Zum Abschluss wünsche ich noch viel Spaß beim Reisen und – nehmt Euch Zeit für Trnava – es gibt viel viel mehr noch dort zu entdecken …

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