Enricos Reisenotizen

Reisen, Reisen, Reisen, andere Länder und Menschen kennen lernen.
Schriftgröße: +

À la Carte im Grand Hotel Bernardin

Über Piran und seine Schönheiten brauche ich hier kein Wort mehr verlieren, das könnt ihr ja alles auf askEnrico nachlesen und auch dass mich das Hotel Bernardin mit seiner Lage, Wellness und Massagen überzeugt hat, sollte längst kein Geheimnis mehr sein. 

Aber vom köstlichen Essen habe ich noch nicht berichtet und das will ich jetzt mal nachholen. Könnt ihr euch noch an meine Geschichte "in nur 4 Tagen von 70 auf 74 Kilo" erinnern? Tja, Pressereisen fordern den Mitreisenden schon einiges ab – und wie ihr an den letzten Posts erkennen könnt, war es bei dieser Reise nicht anders.  

Ein Gläschen Sekt gefällig?

Auf der anderen Seite ist es doch auch schön, wenn man Tipps geben kann, wo man wirklich gut und fein essen kann. Klar berichte ich hier nicht von den normalen Mittags- oder Abendbuffets, die im Package der Halbpension inbegriffen sind – und genauso klar ist, dass diese Menüs kein unbedingtes Schnäppchen sind.

Der wunderbare Blick aufs Meer - vor oder nach dem Essen?

Aber wenn man schon mal Urlaub macht und sich dann einmal etwas Besonderes leisten möchte, dann ist man hier goldrichtig…  

Zumindest ein Café auf der Terrasse sollte drin sein ...

So ist auch das Menü im Grand Hotel Bernardin, zwischen Portorož und Piran gelegen, ein echter Hingucker und Gaumenkitzler. Und davon gleich mehr.  

Wir haben hier im Restaurant Pečina Mittag gegessen, was ein bisschen schade war, da wir auch gerne auf der Terrasse mit dem wunderschönen Meerblick geblieben wären. Diese Location ist meine absolute Empfehlung für einen Nachmittagscafé oder ein Gläschen Sekt zum Einstieg in einen schönen Abend. 

Blick ins Restaurant

Das Restaurant ist zu Mittag vielleicht ein wenig dunkel, aber am Abend sicher eine Wucht – also daher besser einen Termin am Abend buchen, doch eigentlich versteht sich das von selbst. Schließlich ist man in dieser Gegend zu Mittag entweder auf Sightseeing oder im/am Meer oder relaxed bei Behandlungen im Hotel, sollte das Wetter einmal nicht mitspielen.  

Aber nun zu den kulinarischen Entdeckungen…

Als ersten Gang erwartete uns ein marinierter Hummer, mit Streifen einer frischen Mango, karamellisierten Schalotten und jungem Frisée-Salat. Sah nicht nur hervorragend aus, sondern schmeckte auch so: essbare Blümchen und die lila Kresse zeigen, wie man noch ein bisschen Farbe und zusätzlichen Geschmack auf das Teller zaubern kann.  

Das sieht doch aus wie gemalt, oder?

Und mein Vorsatz: ich esse keinen Hummer (die Armen werden ja bei lebendigem Leib gekocht und ich fürchte auch dieser hatte dieses Schicksal), war wieder einmal total vergessen. Es ist eigentlich schrecklich, wie leicht man mich beim Essen herumkriegt und ich die guten Vorsätze beiseite schiebe…  

Es folgte ein ausgezeichnetes Risotto mit Shrimps und wilden Spargel. Gerade den wilden Spargel liebe ich über alles. Schade, dass man ihn in Österreich eigentlich gar nicht so kennt, der müsste doch auch hier wachsen (Ich nehme Tipps über Erntemöglichkeiten gerne und auch anonym entgegen und schwöre, diese nicht zu veröffentlichen!).

Ein Risotto mit Wildspargel ist immer wieder eine Köstlichkeit

 Auf jeden Fall ist diese Komposition ein richtiger Genuss und sollte bei einigem guten Willen und mit Einsatz der richtigen hochqualitativen Zutaten und von ausreichend Geduld, vielleicht nicht in diesem Geschmackshoch, aber doch einiger Maßen essbar, zum Zubereiten sein

 So steht es jedenfalls auf meiner To do-Liste und ich werde versuchen, so ein Risotto möglichst bald zu probieren – solange ich mich noch an den Geschmack erinnern kann. Aber wo bekomme ich den wilden Spargel her??

 Begleitet wurden die Vorspeisen von einem trockenen Gomila Sauvignon, 2015 aus Jerusalem Ormož aus der slowenischen Steiermark

 Es folgte als Zwischengang ein Holunder-Basilikum Sorbet.

Ich bin ja normalerweise nicht so der Freund der Kräuterecke, was Eis und Sorbets betrifft. Neue Kreationen gut und schön, aber man muss ja nicht – nur um etwas Neues zu kreieren – alle mediterranen Kräuter und andere zu Eis verarbeiten.

Schmeckt doch herrlich - das Holunder-Basilikum Sorbet

Aber was einfach gut ist und gut schmeckt, muss auch so bezeichnet werden und diese Varianten war gut. Ungewöhnlich zwar, aber gut. Also werde ich meinen Vorurteilen abschwören müssen und öfter einmal Kräutiges in anderen Varianten probieren.

 Kräuter hin oder her, Neues gut oder nicht, der Höhepunkt war das Hauptgericht, das sehr wohl auch „Herkömmliches" mit neu Inspiriertem verband.

Hier kommen die Seezungen

Serviert wurde eine ausgezeichnet gegrillte Seezunge mit einem Zitronenpüree mit getrockneten Tomaten und Babyspinat. Und es gilt wie immer – am Fisch sollt ihr die Qualität des Kochs erkennen – und die ist im Grand Hotel Bernard einfach hmmmm.

Die ausgezeichneten Seezungen werden profimäßig zerteilt

Zart schmelzend liegt der Fisch am Teller, kombiniert mit seinen Zutaten ein Genuss. Mit einem Tröpfchen des ausgezeichneten Olivenöls noch ein wenig verfeinert, ist so eine Speise einfach der Höhepunkt jedes Mahls. Ich träume heute noch davon.

Die hervorragende Seezunge - ein Genuss

Dazu wurde ein Rose 2018 Batic, halbtrocken aus dem Vipava Tal serviert, der ausgezeichnet dazu passte und mit, obwohl sonst Rose und halbtrocken nicht so ganz meine Kombination ist, mir ausgezeichnet mundete.

Als Dessert folgte ein Haselnuss-Soufflé mit einer englischen Créme, von einer süßen Malvasia, Spätlese 2000, Vinakoper aus dem slowenischen Istrien begleitet.

Geschmacklich eine Eins

Vielleicht ist das Soufflé ein wenig dunkel geraten, was aber seinem Geschmack keinen großen Abbruch tat, wunderbar auf jeden Fall die englische Créme, die wieder zeigte, welch Meister im Küchenchef des Bernardin steckt.

Der Meister der Küche hat gut lachen - es kommen Komplimente von allen Seiten

Zusammengefasst: ein wunderbares Menü, das spezielle und neue Geschmäcker bereit hielt ohne unbedingt auf „Überkreativ" zu machen, aber doch Neues und für mich Überraschendes bot. Auch die Weinbegleitung passte hervorragend zu den Speisen und man sollte den slowenischen „Tropfen" auf jeden Fall ein wenig mehr Aufmerksamkeit widmen. Da die erzeugte Menge auf Grund der Kleinheit des Landes nicht allzu groß ist, wird relativ wenig exportiert – aber das stört nicht. Ein Grund mehr, das Land zu besuchen und Küche und Keller zu genießen.

Glücklich kann man dann wieder das Spa genießen
Bewerte diesen Beitrag:
Im schwarzen Schlamm …
Grande Cuisine im Grand Hotel
 

Die beliebtesten Posts...

Die Donau ist seit langem Verkehrsweg, Fischgrund, Lebensraum für viele Lebewesen und seltene Pflanz...
Sie ist die zweitgrößte Höhle der Welt, mit Recht meistbesucht in Europa und nun gibt’s auch noch Dr...
Slowenien ist das Land der Legenden, Sagen und vieler Geschichten, aber auch der alten Handwerkskün...
Am Wochenende war einiges los auf Schloss Asparn. Die Kelten waren zu Besuch im Mamuz, dem Museum fü...
Ok, ich gebe es zu: ich bin ein Sisi-Fan, irgendwie erinnert sie mich immer ein bisschen auch an Pr...
Zum Seitenanfang