Enricos Reisenotizen

Reisen, Reisen, Reisen, andere Länder und Menschen kennen lernen. Wir berichten über unsere ganz persönlichen Reiseerlebnisse und laden Sie ein mit uns neue Destinationen zu entdecken

Die Postel'scheTrinkgeld-Misere

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Immer wieder passieren in unserer Familie Schnitzer beim Trinkgeld geben. Keine Ahnung, ob das mit den Mathematik-Kenntnissen zusammenhängt, genetisch bedingt ist oder ? –Ach, was weiß ich.

Das erste Erlebnis in diesem Zusammenhang ist meinem Vater geschuldet. Es war damals ein wunderschöner Abend, ein Geburtstag oder irgendein anderer denkwürdiger Anlass wurde gefeiert und wir waren in einem der besten Lokale, die Podersdorf damals bieten konnte.

Das Essen war ausgezeichnet, die Zigeunermusik spielte unter anderem auch den „Traurigen Sonntag" – alle waren begeistert. Dennoch irgendwann kam es ans Zahlen, damals noch in Schilling, und die Rechnung machte 303 Schilling aus. Mein Vater, der vom Service, der Bedienung und dem Essen angetan war – außerdem die 10% waren bei ihm immer üblich – warf einen Blick auf die Rechnung und meinte mit großzügiger Geste „303,30".

Meine Mutter und der Kellner zuckten kurz zusammen und der Kellner fragte „Wie bitte?" um meinem Vater eine Korrekturmöglichkeit zu geben. Doch dieser blickte nur erstaunt auf und meinte nochmal „303,30 – stimmt schon".

Noch einmal zuckte der Kellner zusammen, dann schritt meine Mutter mit einem „Geh, Hansi!!!!" ein. Erst jetzt kam meinem Vater der Irrtum in den Sinn, den er nun auch zur Zufriedenheit und Erleichterung des Kellners korrigierte. Lange Zeit wurde dieser Vorfall immer wieder in unserer Familie erzählt und darüber gelacht. Irgendwas muss da bei mir hängen geblieben sein. Jetzt bin ich am Weg eine ähnliche Laufbahn einzuschlagen. Allerdings hatte ich keine Korrekturmöglichkeit mehr…

Wir verbringen ein langes Wochenende in Bük. Nachdem meine bessere Hälfte der Hunger plagt, beschließen wir einen Happen im Aurora zu uns zu nehmen.

Der Zander nach Karpaten-Art

Der Happen entwickelt sich schließlich zu einem Zander nach Karpatenarten und einem Salat mit Forelle – beides bestens, ein nettes Bierchen aus Tschechien noch dazu und einen Espresso hinterher.

Da ich es mit der Mathematik nicht so am Hut habe, schau ich extra noch vorher in meiner Umrechnungstabelle nach: 1000 Forint etwas mehr als 3 Euro. Ok. Und dann kommts: Die Rechnung macht 7100 Forint aus – also Dagmar, wieviel sind den 10% ???

Mein wunderbarer Salat mit Forelle

 Na gut, da wäre ich ja mit meinen 1000 Forint großzügig dabei. Was kommt aber von meinen Lippen? 7200.

Die ausgesprochen freundliche Kellnerin setzt einen etwas irritierten Blick auf, bedankt sich aber nett und gibt mir auf die 7200 Forint heraus. Hilfe von meiner besseren Hälfte kommt nicht, er stammt aus Deutschland und unsere Trinkgeldkultur ist ihm noch immer ein bisschen fremd. Daher überlässt er gerne mir diese Angelegenheit.

Wir verlassen das Lokal - irgendwie hat mich der Blick der Kellnerin irritiert. Irgendetwas hat nicht gestimmt, da bin ich sicher, leider komme ich aber nicht darauf, was falsch war oder ist.

Am Abend überkommt mich dann plötzlich die Erkenntnis: 8100 Forint wären der großzügige Betrag gewesen, den ich eigentlich meinte. Ich schäme mich. Es tut mir leid.

Meine liebe Kellnerin im Aurora – es war nicht so gemeint. Entschuldige. Ich schwöre, ich komme wieder vorbei und dann mache ich es wieder gut. Und wenn ich mich dann wieder so doof anstelle, bitte frag mich einfach: „Wie bitte?"

Gut essen gehen in Bük? Hier ist die Empfehlung:
Restaurant Aurora
Bük, Rózsa utca1
Tel:+36 20 294 8430 

Hier könnt ihr mehr über das Aurora und Bük auf askEnrico erfahren. 

Sternderl schauen in Zselic
Ein Tag im Heil- und Erlebnisbad Bükfürdő
 

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