Die „Zwillingsbrüder" - Enricos Reisenotizen

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Die „Zwillingsbrüder"

Der Wiener Apoxyomenos

Der eine stammt aus Ephesos und „wohnt" nun in Wien, der andere hat seine Heimstätte in einem Museum in Mali Lošinj gefunden, das ihm zu Ehren errichtet wurde… 

Für mich begann die Geschichte der beiden „Brüder" auf der Ferienmesse 2019. Am Stand von Kroatien war in diesem Jahr auch das Museum des Apoxyomenos vertreten, an dem bei meinem letzten Urlaub in Mali Lošinj zwar bereits gearbeitet wurde, das aber noch nicht fertig gebaut war.

Der
Der "Wiener" Apoxyomenos

Und bei diesem interessanten Gespräch mit Nikola über das Museum in Kroatien, meinte er beiläufig, dass er am Vortag „unseren" Apoxyomenos im Ephesos-Museum besucht hätte – und erst da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Der junge Mann hat mich doch bei der Eröffnung des Haus der Geschichte vor dem Eingang begrüßt. Zeit sich nicht nur mit dem Museum in der Ferne, sondern auch mit jenem in Wien zu beschäftigen und sich den „Lebensläufen" der beiden zu widmen. 

Der Apoxyomenos 

Wer sind diese „Brüder" nun, woher kommen sie und was machen sie da eigentlich?

Der
Der "Bruder" aus Kroatien

Zu allererst: sie sind keine Brüder. Die Statuen zeigen Athleten, Sportler, die nach den Wettkämpfen ihren Körper mit einem sogenannten Schabeisen von Öl und Sand befreit haben und nun diesen Gegenstand reinigen. Statuen dieser Art waren in der Antike keine Seltenheit – unsere beiden sind aber doch eine Sonderform, da sie bei der Säuberung ihres Strigilis (Schabeisen) gezeigt werden.

Der "Lebensweg" der beiden Statuen 

Der „Österreicher" stammt aus Ephesos, ist eine römische Kopie eines griechischen Originals und wurde – in hunderte Bruchstücke geteilt – bei einem Erdbeben 262 verschüttet und kam erst wieder bei Ausgrabungen 1896 ans Tageslicht. Der österreichische Apoxyomenos wurde aus 234 Bruchstücken wieder zusammengesetzt, Teile seines Körpers mussten ergänzt werden und dennoch hat ihm das Erdbeben wahrscheinlich „das Leben" gerettet.

Der
Der "Wiener" Athlet

Ganz anders die Lebensgeschichte des Kroaten. Er ruhte in den Tiefen des Meeres vor Lošinj bis er 1999 von einem (deutschen?) Urlauber beim Tauchen gefunden wurde. Der kroatische Apoxymenos gilt als einer der besterhaltendsten Statuen dieser Art, von der es weltweit überhaupt nur sieben an der Zahl gibt. Auch er wurde jahrelang renoviert bevor er in seinem eigenen Museum seine neue Heimat fand.

Der kroatische Apoxyomenos bekam ein eigenes Museum
Der kroatische Apoxyomenos bekam ein eigenes Museum

Ein einziges Mal waren bisher beide vereint: Im Getty Center trafen die beiden Brüder erstmals bei der Ausstellung „Power and Pathos" zusammen.

Im Museum des Apoxyomenos in Mali Lošinj
Im Museum des Apoxyomenos in Mali Lošinj

Ich muss sie nun einzeln besuchen. Also habe ich mich nach der Ferienmesse auf ins Ephesos Museum in der Wiener Neuen Burg aufgemacht, um einmal „unserem" Apoxymenos die Ehre zu erweisen. Das Museum ist für mich eine Art Geheimtipp, es lohnt sich wirklich, sich mit Ephesos und den ausgestellten Objekten zu beschäftigen.

ER blickt auf die Besucher herab ...
Er blickt auf die Besucher herab ...

Allein die Schönheit und Ausdrucksweise der einzelnen Gesichter der Statuen sind sehenswert –auch unser „Apoxy" ist ein wahrlich schöner Mann. Er begrüßt auch die Besucher des hdgö, Haus der Geschichte Österreichs, und es sei hier angemerkt, dass beide Museen mit einem Ticket besucht werden können. (Was es sonst im Ephesos-Museum noch alles zu sehen gibt, findet ihr in meinem Wien-Beitrag auf askEnrico hier)

Eingangsbereich Ephesos Museum Wien
Eingangsbereich Ephesos Museum Wien

Der zweite Jüngling in seinem Museum in Mali Losinj wird noch ein bisschen warten müssen. Da ich aber sehr gerne in Kroatien meinen Urlaub verbringe und auch von Mali Losinj sehr begeistert war (auch hier findet ihr genaueres auf askEnrico), hoffe ich doch, auch diesem zu begegnen. Die Bilder vom Museum, das nur ihm und seiner Geschichte gewidmet ist, waren auf jeden Fall beeindruckend.

Das Heim des kroatischen Apoxyomenos
Das Heim des kroatischen Apoxyomenos

Am besten ich besuche dann nochmal seinen österreichischen „Bruder", um die neuesten Nachrichten und Grüße mitbringen zu können.

Museum des Apoxyomenos
51550 Mali Lošinj, Riva lošinjskih kapetana 13
Tel: +385 51 734 260
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ephesos Museum
Neue Burg
1010 Wien, Heldenplatz (Eingang: Haus der Geschichte Österreich)
Tel: +43 1 525 24 – 4902
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
https://www.khm.at/besuchen/sammlungen/ephesos-museum/
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